Seit
mehr als 25 Jahren halten wir Kakadus.
Wie viele Vogelhalter haben wir erste Erfahrungen mit der Voglelhaltung und
Zucht im Schulalter mit Wellensittichen und später Agaporniden gesammelt.
Den ersten Kakadu erhielten wir unerwartet direkt aus Australien von einem
Kollegen. Er brachte den Vogel, deren Export eingentlich verboten ist, quasi als
Diplomatengepäck ca. 1976
mit.
„Emma“ war ein wohl schon älteres Exemplar der grossen Gelbhaubenkakadus, Cacatua galerita galerita.
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Emma war zahm und hat uns viele
Jahre begleitet. Mangels Erfahrung und besserem Wissen haben wir sie zuerst in
einem viel zu kleinen Käfig untergebracht. Sie durfte aber viel Zeit ausserhalb
des Käfigs verbringen. Sie hat nie probiert, zu fliegen, man hat ihr
wahrscheinlich seit der Jugend jeweils die Schwungfedern gestutzt.
Da wir Emma wegen Studium und später Beruf viel
allein lassen mussten, erhielt sie Gesellschaft von einem männlichen Kakadu
einer verwandten Art:
Triton-Kakadu Cacatua
galerita triton (es könnte sich auch um einen Cacatua galerita
ophthalmica gehandelt haben, sein Augenring war grösser und fast nackt.)
Emma hat sich mit Donald vertragen, aber sie hat die Gesellschaft der Menschen immer vorgezogen.
1985 konnten wir einen Wintergarten mit Voliere bauen, seither hatte das ungleiche Paar viel mehr Platz und Beschäftigung. Leider erkrankte Emma 1990 akut, magerte rasch ab und verstarb im November 1990. Gemäss pathologischer Untersuchung starb sie an Leberfibrose, Leberentzündung, Befall des Magens mit Hefepilzen. Eventuell sei die Erkrankung durch verunreinigtes Futter (Pilzesporen) verursacht gewesen.
Für den einsamen Donald fanden wir vorerst keine neue Partnerin. Da seine Voliere mit einem Paar Molukkenkakadus besetzt wurde, musste er wieder in die alte kleinere Behausung weichen.
Es gelang ihm im Herbst 1991 von dort zu entfliehen und er konnte sich einige Zeit in Freiheit halten. Später haben wir leider keine Spur von ihm mehr gefunden.
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Von einem Züchter habe ich 1991 ein 6-jähriges Kakduweibchen übernehmen können, da dieser wegen Umzug seinen Bestand verkleinern musste. Eigenlich haben wir es nur gekauft, um Donald wieder anzulocken. Delphi ist im Aargau geboren, musste dann wegen Platzmangel im Keller in einer Waschküche hausen. Als Gesellschaft hatte Delphi dort eine Amazone, welche Chicco hiess. Delphi ist recht zahm, kann etwas sprechen. Am Anfang tönte es immer „wo isch de Chicco“ oder „tschüss“. Delphi erinnert an unseren ersten grossen weissen Vogel, obwohl sie viel unartiger, unberechenbarer und lauter ist.
Obwohl wir mit Delphi einige Male in den Wald fuhren, wo Donald gesehen worden war, hat sie dort keinen Laut von sich gegeben, hat ihre Rolle als Lockvogel nicht erfüllt, sodass sie allein in der grossen Voliere bleiben musste.
Als wir ein Molukkenkakadumännchen suchten, meldete sich ein Vogelhalter, welcher zufällig einen Molukkenhahn und einen Gelbhaubenhahn besass, die zusammen in einer Voliere lebten. Beides waren ältere „Sozialfälle“ (vgl.Molukken-kakadu), aneinander gewöhnt.
Der Gelbhaubenhahn Jimmy ignorierte aber lange Zeit unsere Delphi, liess sie in Ruhe. Er scheint total auf die andere Rasse geprägt zu sein und beobachtet meist die Molukken im Nebenabteil.
Manchmal widmen sich die beiden Gelbhauben einander vermehrt, bearbeiten Nistkästen, haben schon mehrere Baustammstücke mehr oder weniger durchgenagt und haben jetzt einen neuen „armierten“ Nistkasten erhalten.
Delphi ist aber noch sehr auf Menschen geprägt, tyrannisiert uns mit ihrem Schreien, wenn wir vor dem Essen nicht vorbeikommen und eine Leckerei bringen oder uns im Garten aufhalten, ohne uns mit ihr zu beschäftigen.
Es scheint eher unwahrscheinlich, dass es mit diesem Paar je zu einer Zucht kommt.![]() |